Das Geschlecht Sarfert ist eines der ältesten Bauerngeschlechter des Zwickauer Kreises
und noch heute in seiner Heimat mehrfach ansässig. Sein ältester Wohnsitz war das Dorf
Vielau; urkundlich findet sich der Name zuerst im Zwickauer Gerichtsbuch Bockwa Nr. 153
vom Jahre 1538 und in den Kaufbüchern des Amtsgerichts Zwickau Nr. 322/3 von 1561 ff., jetzt
im Sächsischen Hauptstaatsarchiv zu Dresden 502/3. Danach kaufte Andreas Sarfert "der
Jüngere" das hinterlassene Gut Peter Gruners in Vielau, dessen Witwe er heiratete; sein
Vater Andreas "der Ältere" war bei dem Kaufe beteiligt.
Im Jahre 1646 fasste die Familie in Bockwa Fuß. Von hier aus hat sich die Familie im
Laufe der Zeit zumal im mittleren Tal der Mulde weit verbreitet; und zwar zunächst
hauptsächlich in der Landwirtschaft. Sarferte saßen auf Gütern in Bockwa, Schedewitz,
Crossen, Pöhlau, Schönau, Reinsdorf, Abteil-Oberlungwitz, Pölbitz, Zschocken, Niederplanitz
und Reinholdshain. Daneben erscheint eine starke Neigung zum Müllerberuf durch die
verschiedenen Jahrhunderte unverkennbar. Vereinzelt treffen wir Glieder der Familie in
verschiedenen Handwerken, neuerdings auch als Bergleute, seit Mitte des 19. Jahrhundert
wenden sie sich zahlreicher den kaufmännischen, industriellen und akademischen Berufen zu.
Wie in Vielau, so erfreute sich das Geschlecht auch in der neuen Heimat zu Bockwa großen
Ansehens; das beweisen die hohen Ehrenämter, die seinen Gliedern anvertraut wurden. Als
Zwickauer Ratsrichter, Ortsrichter, Gerichtsschöppen, als Kirchenvorsteher und in anderen
Ehrenämtern. Besonders wichtig war seit dem stärker aufkommenden Steinkohlenbau, etwa seit
1700, das Vertrauensamt des "geschworenen Kohlenaufsehers". Die Familie ist
evangelisch-lutherisch.
Quelle:
Stammtafel des Geschlechtes Sarfert in Bockwa von Else Wiede 1924
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